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Die Schottin

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Archive for the 'Kindergarten' Category

3 Jahre Colin

Mein kleiner großer Schatz, wo soll ich nur anfangen? Vielleicht bei den neuesten Daten der U7a, die wir einen Tag vor Deinem Geburtstag von Deiner neuen Kinderärztin, mit der ich zur Schule gegangen bin, haben durchführen lassen.

Größe: 100 cm (dreistellig!!!)
Gewicht: 13,5 kg
Schuhgröße: 27

Bei der Größe bist Du etwas über dem Durchschnitt, bei dem Gewicht auf der untersten Perzentile. Wenn man sich beides zusammen anschaut, dann bist Du deutlich untergewichtig, aber das wundert auch nicht, nach den 2 Wochen Krankheit, von der Du erst kürzlich genesen bist. Aber auch die 1,5 kg mehr hätten am Untergewicht nichts geändert. Aber das ist alles im Lot, solange Du nicht noch weiter nach unten abrutscht. A., die Ärztin sagt, es wäre eher ein Problem, wenn Du auf der oberen Perzentile wärst. Also alles prima.

Du bist im letzten Jahr nicht nur viel gewachsen, sondern hast Dich auch motorisch, sprachlich und geistig sehr viel weiter entwickelt. Du redest nicht nur in einer Tour sondern führst ausführliche Diskussionen mit uns, wenn Dir etwas nicht passt, erklärst uns Deine Welt und verwendest dabei ein unglaublich erwachsenes Vokabular. So fragst Du mich manchmal ob ich dieses oder jenes Spielzeug oder Essen auch als Kind gehabt hätte und bildest ganz selbstverständlich dass-Sätze (z.B. “Ich möchte, dass Du …”) und den Konjunktiv II. Deine Ausdrucksweise hat schon in den ersten Tagen im Kindergarten, den Du seit Ende August besuchst, für großes Staunen bei den Erzieherinnen gesorgt. Immer wieder wurde ich von allen Seiten angesprochen, wie gut Du Dich ausdrücken könntest. Nicht nur für einen Jungen, sondern überhaupt für Dein Alter. Schon kurz nach Deinem 2. Geburtstag hast Du die kindlichen Lispler oder is für ich abgeschafft.

Motorisch wirst Du immer geschickter, ich denke dass schaust Du Dir bei dem sehr geschickten Papa ab. Sobald er z.B. nur ein Werkzeug in der Hand hat, stehst Du Gewehr bei Fuß und beobachtest ihn, holst Deine Kinder-Bosch-Werkzeuge und immitierst ihn. Malen tun wir hier sehr viel, da ist auch Papa derjenige der das super kann (er hätte auch Illustrator werden können) und daher bist Du vermutlich auch hier sehr geschickt. Die ersten geraden Linien hast Du schon in unserem Türkeiurlaub vor 14 Monaten gemalt, Anfang des Jahres kam der geschlossene Kreis hinzu und inzwischen sind es manchmal schon Bäume und sehr einfache Gesichter.

Vor einiger Zeit hast Du das Puzzeln für Dich entdeckt. Es gab Wochen, da hast Du fast die ganze Zeit zu Hause gepuzzelt und dabei fast Deine so heiß geliebten Autos vergessen. Innerhalb von Stunden hast Du Dich vom ersten 15 Teile-Puzzle an randlose 44 Teile ab 4 Jahren gewagt. Memory spielst Du auch sehr gerne und als Du vor einigen Wochen so krank warst war es das einzige Spiel was Du überhaupt gespielt hast, nämlich auf Omas Tablet. Da bist Du jetzt quasi Profi drin. Und mit anderen Kindern und uns spielst Du auch gerne Rollenspiele wie Einkaufen und Kochen.

Du bist ein sehr guter Beobachter. In neuen Situationen bist Du erst einmal scheu und guckst Dir alles mit einem sehr kritischen Blick an. Leute, die Du nicht gut kennst, schaust Du erst immer grimmig an. Allerdings taust Du schnell auf, sobald Du merkst, dass sie Dir sympathisch oder/oder wohlgesonnen sind oder diese Menschen uns z.B. nahe stehen.
So warst Du diesen Herbst das erste Mal in Schottland Deine restliche Familie von Opas Seite besuchen. Du kennst schon beide Brüder von deren Besuchen bei uns und gemeinsamen Urlauben in England, aber die anderen waren Dir vollkommen neu. Und trotzdem hast Du Dich gleich drüben heimisch und aufgehoben gefühlt und hast Dich nicht eine Minute auch nur einmal geschämt. Ich freue mich, dass wir uns dazu entschlossen haben, auch ohne Papa zu reisen (der konnte nämlich aus beruflichen Gründen nicht mit fahren), denn so hat Dich Deine Großtante, die heute verstorben ist, wenigsten einmal kennenlernen dürfen.

Zu Deinem Geburtstag (und zu Weihnachten) hast Du Dir ganz viele Dinge gewünscht, aber am meisten die Züge von Chuggington und einen Monstertruck. Als Du am Morgen Deine Geschenke ausgepackt hast, wurde die Augen immer größer, als das ersehnte Spielzeug zum Vorschein kam. Und nachmittags brachten dann noch Oma und Opa unddeine Tante Wonny weitere Sets und Loks sowie einen Monstertruck von der Ur-Oma und ein riesiges Feuerwehrauto mit Wassertank von unserem Nachbar-Flo. Da sagtest Du aus vollem Herzen: “Du Mama, das habe ich mir schon immer gewünscht!”
Abends, als alle gegangen waren und aufgeräumt war bis Du dann noch einmal auf meinen Schoß gekrochen, hast Dich ganz fest an mich gedrückt und mir ins Ohr geflüster: “Ist DAS schön, Mama?!” In solchen Momenten geht dann das herz auf und man möchte die Zeit für immer anhalten. Und Papa und ich sprachen noch darüber, wie schön es ist, dass man genug Geld hat um solche Träume und Wünsche auch wahr werden zu lassen und ein kleines Wesen sooo glücklich zu machen.

Weil es in Deinem Kindergarten üblich ist, dass ein Elterteil dem Geburtstag dort beiwohnen kann, bin ich natürlich mitgekommen. Ich hatte Cake-Pops gebacken, die ich in einen in Form einer 3 gebackenen Hefezopf steckte und dazu gab es, weil das bei Euch so üblich ist, Brötchen und Aufschnitt. Deine Krone wolltest Du nicht gleich aufziehen, obwohl Du mir seit Tagen schon berichtet hast, dass Du eine blaue bekommst, weil Du Dir die so gewünscht hast. Aber als wir endlich mit der Feier begannen, die Rollos heruntergelassen wurden, alle Kinder zusammen saßen und und die Kerzen brannten, warst Du sehr stolz mit Deiner Krone auf Deinem Thron zu sitzen. Du hast Dir ganz selbstverständlich ausgesucht wer neben Dir sitzen darf und welche Geburtstagslieder und welches Gebet gesungen werden soll.
Überhaupt war es für mich unglaublich schön zu sehen, wie gut Du Dich in der Gemeinschaft eingelebt hast. Deine Erzieherinnen und Freunde (eigentlich alle Kinder) haben Dich alle schon an der Tür mit Glückwünschen empfangen und Dich umarmt und selbst die Rabauken haben Dich feste gedrückt und sich mit Dir gefreut. DAS war mitunter eins der schönsten Erlebnisse für mich. Du hast da einen Ort an dem Du sehr Willkommen bist und an dem Du wirklich sehr nette Kinder als Freunde hast. Ich wünsche Dir, dass Dich solch nette Menschen ein Leben lang begleiten.

Kleiner Mann, Du bist inzwischen schon richtig groß geworden und ich finde, Du bist ein prima cleveres Kerlchen, dass das Herz am richtig Fleck hat.
Bleib wie Du bist, ich liebe Dich unendlich.

Und hier
2011
2010

2009

Vom Loslassen

Colin isst heute Mittag zum ersten Mal im Kindergarten. Bisher habe ich ihn immer um 12 Uhr abgeholt. Weil ich es mir momentan eben ohne Job noch erlauben kann. Ich genieße die Zeit mit ihm sehr, wohlwissend, dass da ein Job kommen wird und ich dann weitaus weniger Zeit mit ihm haben werde, wenn der Haushalt erst wieder nach der Arbeit zusammen mit Colin zu Hause erfolgen muss. Deshalb.
Schon den ganzen Morgen über habe ich ein dumpfes Gefühl im Bauch. Ich habe die Gesichter der anderen Kinder gesehen, wenn sie die ersten Male, nicht wie Colin, um 12 Uhr abgeholt wurden und sie zum Essen noch bleiben mussten. Diese Enttäuschung, wenn die Tür aufgeht und nur die Mütter oder Väter der anderen Kinder dort stehen und die Erzieherinnen ihnen sagen, dass sie noch bleiben müssen. Heute also Colin. Ich würd am Liebsten gleich hinfahren und ihn abholen. Aber ich habe ihn darauf vorbereitet. So gut das in dem Alter eben geht. Ich habe ihm schon das ganze Wochenende gesagt, dass er ab Montag auch im Kindergarten Mittag isst und dass ich, wir ihn gleich nach dem Mittag dann abholen. Dass er langsam ein großer Jung wird. Und dass die C. zwar abgeholt wird, die L. und der N. aber mit ihm essen würden.
Und trotzdem sehe ich sein enttäuschtes Gesicht, was er vermutlich gleich ziehen wird, vor mir.
Ein weiterer Schritt loslassen. Manno. Wie soll ich mich denn fühlen, wenn er einmal auszieht?

Fail des Tages

So ein Croozer ist ja eigentlich ganz nett, aber um das Kind morgens in den Kindergarten zu bringen höchst unpraktisch. Weil, man muss ihn vom Fahrrad im Garten abnehmen, beides einzeln durchs Treppenhaus über die Treppen vom Garten rein schleppen/schieben und draußen (auch wieder über Treppen) wieder verbinden – während sich das Kind vor Langeweile mit der Fahrradkette beschäftigt und man dann noch mal alles draußen vor dem Haus auf der Straße unabgeschlossen stehen lassen muss, um das Öl von den Kinderhänden drinnen zu entfernen – dabei fällt einem das Fahrrad gefühlte drölfzigtausend Mal um, auch während das Kind reinklettert und man es anschnallt. Dann, endlich im KiGa angekommen, kommt man mit Fahrrad plus Anhänger nicht gleich um die Kurve zum Fahrradständer und muss minutenlang hin und herrangieren. Das Gleiche Prozedere stelle man sich dann nach dem Abgeben des Kindes einfach in umgekehrter Reihenfolge und ohne Kind vor. Die reine Wegstrecke ist dann mit dem Croozer natürlich mindestens doppelt so schnell, im Endeffekt benötige ich für alles zusammen aber 15 Minuten länger als zu Fuß mit dem Kinderwagen.

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die_schottin on September 5th 2012 in Daily life, Kindergarten, On tour

Herzschmerz

Heute, nach fast 2 Wochen Kindergarten weinte Colin das erste Mal. Er krallte sich an mir fest als ich den Gruppenraum verlassen wollte und schrie wie aus Mark und Bein “Mama”, wie ich es bei ihm noch nie vorher vernommen hatte. Die Erzieherin nahm ihn auf den Arm, ich streichelte ihm noch einmal lieb über den Kopf, gab ihm ein dickes Küsschen, winkte und ging dann schnell raus.
Wie furchtbar. Colin weint wirklich sehr sehr selten. Umso schlimmer war es für mich den kleinen Kerl so dort zu hinterlassen. Was mich ein wenig tröstet ist, dass er ein paar Minuten später, als ich noch draußen stand und die Tür noch einmal aufging als eine Mutter herauskam, schon kein Weinen mehr zu hören war. Die Leiterin meinte, ich könnte auch gerne später noch einmal anrufen, wenn ich Sorge hätte. Das habe ich eben getan. Sie meinte, Colin hätte sich auf ihrem Schoß schnell wieder gefangen und würde seither fröhlich in der Autoecke mit zwei weiteren Jungen spielen.
Ich werde mich zudem nachher ein paar Minuten früher auf den Weg machen. Gestern hat mir eine andere Mutter nämlich gezeigt, von wo aus man die Kinder – wenn sie später draußen spielen – heimlich beobachten kann. Als ich das meiner Mutter eben am Telefon erzählte, sagte sie mir, dass sie das früher auch gemacht habe. Gnihihihih.

Kindergartenhäppchen

Seit letztem Donnerstag geht Colin in den Kindergarten und das ausgesprochen gerne. Er ruft schon aus der Ferne, dass da vorne sein Kindergarten ist, springt vor der Tür aus dem Buggy und klingelt selbständig (das mit dem Klingeln hat er beim Vorkindergarten NIE gemacht!). Er begrüßt die Erzieherinnen zwar noch nicht, läuft aber sofort in den Gruppenraum und spielt oder holt sich eine der Erzieherinnen zum Spielen. Wenn ich Glück habe dreht er sich noch zu mir um und das war’s. Kein Tschüss, gar nichts. Wir sind inzwischen auf 3 Stunden und ich denke auch 4 oder 5 wären vermutlich problemlos. Er fühlt sich wohl, hat schon ein paar Freunde – so richtige Draufgänger. Rabauken wie er, allerdings schon ein Jahr älter, die gerne toben und schon ein bisschen frech sind. Kein Wunder, dass ihm das gefällt.
Heute als ich ihn abholte sagte mir eine Erzieherin, dass er kurz vor Schluss geweint hätte und sie nicht wüssten warum. Die Pampy war in Ordnung und sie vermuteten, dass der ganze Radau der Auslöser gewesen sei. Denn als sie ihn mit in den Wickelraum nahmen, hört er auf zu weinen und war wieder ganz der Alte.
So habe ich ihn eben, als wir hier zusammen zu Hause aßen darauf angesprochen und gefragt was denn passiert sei, dass er geweint hat. Erst wollte er nicht so recht raus mit der Sprache aber dann sagte er: “Die annere K., die hat mich gezankt. Die hat mir ein Auto weggenommen.” Das war’s also. Na da muss er leider durch. Und da ich schon von einer Mutter, die am Freitag vormittags wegen des Geburtstages ihres Sohnes die ganze Zeit über in der Gruppe war, hörte, dass Colin sich nichts von den Großen gefallen ließe und gut Paroli biete (hätte ich jetzt soooo nicht gedacht), mache ich mir darum nicht allzu viel Sorgen. Er wird schon seinen Weg finden.

Später fragte ich noch nach den Erzieherinnen, ob die lieb seien und schön mit den Kindern spielten. Bei der einen sagte er ja, bei der anderen sagte er: “Nee, die Frau X. ist dumm.” Und ich: “Wie, die ist dumm? Die ist doch nett!”, da sagte Colin: “Nä, die ist dumm. Die hat mit ein’ annere Kind geschimpft.” Tja, da scheint sich ihm gerade eine neue Welt zu zeigen. Ich bin keine Mutter, die viel schimpft. Ich bitte Colin eher dieses oder jenes nicht zu tun. Und wenn er nach mehrmaligen Aufforderungen nicht hört, dann hole ich ihn aus der Situation, nehme ihm nach Vorwarnung etwas ab. Ganz selten nur, dass ich mal schimpfe, dann auch eher in Gefahrensituationen, die keine Zeit für Erklärungen haben. Im Kindergarten ist das bei der großen Anzahl der Kinder nicht immer möglich und jeder geht ja auch seinen eigenen Weg. Dennoch gefällt es mir, dass Colin das Schimpfen der anderen Kinder nicht leiden kann. Das zeugt für mich einfach, dass er ein großes Herz hat und gut mitfühlen kann.

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die_schottin on August 29th 2012 in Daily life, Kindergarten