Posts or Comments 20 April 2014

On tour admin | 23 Nov 2006 11:21 pm

Einmal im Ferienlager…

Vor einigen Jahren sind P. und ich einige Male mit dem Saga-Team verreist. Es ist günstig, es sind fast ausschließlich nette Leute mit dabei und alle wollen einfach Spaß und etwas erleben.
Die erste gemeinsame Tour mit P. ging nach Südfrankreich – in die Auvergne (zuvor war ich mit meinem Schwesterherz, der Steuertusse, schon einmal mit dem Team in der Dominikanischen Republik – Hotelurlaub und deshalb schon etwas anders).
Eine wunderschöne Landschaft, nette Menschen, guter Wein und lecker Käse gibt es dort. Ein wenig einsam ist es dort allerdings auch und abends ist nicht sonderlich viel in den Dörfern los – eben nur auf den Campingplätzen, die man während der Kanuwanderung anpaddelt.
Jeden Tag ein neuer Campingplatz – und hier ist der Haken – die meisten von ihnen typisch französisch dreckig und auf einigen Plätzen gibt es, bis auf das allseits in den Gruppen beliebte Behindertenklo (meist in den Damentoiletten – ätsch!), auch nur Stehklos. Mal davon abgesehen sind die Zossen ein sehr geselliges Völkchen, sobald man auch nur versucht ihre Sprache zu sprechen sind sie gleich sehr herzlich und aufgeschlossen. Ich muss mich da dem MC anschließen, ich mag sie sehr.

Am Ufer der Dordogne liegen massenhaft Campingplätze, die meist von Kanuten wie uns angesteuert werden. Wir reisten also Tag für Tag stromabwärts. Meist waren wir morgens nach den Partys, die bis in den Morgengrauen anhielten, so müde, dass wir nach dem Packen der Zelte, Tonnen und des gesamten Küchestands nicht die Muße hatten wirklich zu paddeln. Es genoss sich besser die Füße hochzulegen, den Fluss arbeiten zu lassen und währenddessen Comté zu essen, Wein oder am frühen Nachmittag 1664 zu trinken. So schnürten wir alle, wenn vom Vortag übrig geblieben, die Biere an Leinen und kühlten sie im Fluss. Sehr handlich.
Aber Bierflaschen sind dort ja winzig und verursachen eine Menge Müll. Die Franzosen haben das mit dem Flaschenpfand ja noch nicht raus. Und so kam es dass wir täglich einen riesigen Müllberg an Bierflaschen produzierten, damit das ein oder andere Mal Zelte verbarrikadierten oder sonstige Kunstwerke produzierten.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist der vorletzte Tag der Reise. P., 2 befreundete Pärchen (die einzigen außer uns die mit Partner reisten) und ich waren die einzigen die sich um das Aufstellen der Küche und dem ganzen Gedöhns beschäftigten, während der Rest der Truppe sich die besten Zeltplätze sicherte. Und gerade bei diesem Nachtlager war dies wichtiger als wir dachten. Wir hatten nämlich außer der Reihe wild gecampt. Als wir dann soweit waren unsere Zelte aufzustellen, mussten wir feststellen, dass nur noch Hangplätze zu belegen waren. Man lag also bergauf oder bergab – und das mit einer gefühlten Steigung von ca. 30%.
Nu denn, es hieß also genügend Alkohol zu trinken, den Pegel steigen zu lassen, um unter solchen Bedingungen schlafen zu können.
Der Abend war lang, warm und die anderen gingen zu Bett. Das Lagerfeuer brannte schön vor sich hin und die Stimmung unter den letzten Nachtschwärmern wurde immer ausgelassener. Als dann das letzte Bier getrunken war beschlossen die Männer das Feuer auszupinkeln. Also standen die 3 schön im Kreis um das Feuer und warteten auf mein Kommando um zeitgleich loszupinkeln. Während ich also von 3 auf Los herunterzählte geriet P. durch die Steigung ins Stolpern und fiel rücklings in das Zelt, mit der darin schon schlafenden Freundin eines Mitpinklers. Während diese in Panik schrie, brach ich vor Lachen zusammen und fiel auf die Knie. Vom Lachen angesteckt pinkelte der eine los und vergas vor Lachen das Feuer zu löschen, das wiederum steckte den nächsten an, der fleißig in die Flammen pieselte. Was soll ich sagen, einer alleine schafft so einer Feuer normalerweise nicht alleine auszupinkeln, aber das Bier lief zu gut an diesem Abend und das Feuer war schneller aus als uns lieb war. Denn P. lag auf dem zusammengefalteten Zelt des einen Pärchens, während L. aber noch darin lag und P. sie glücklicherweise um Haaresbreite verfehlte. Es war nun so dunkel, man konnte quasi die Hand vor Augen nur noch gerade so erkennen, und es hatte so laut geknackt als wären Zeltstangen zerbrochen. Aber niemand war imstande nachzuschauen ob es L. gut ging oder das Zelt in Ordnung war, denn wir rollten uns betrunken auf der Erde und hielten uns die Bäuche vor Lachen.
Das Ende vom Lied war, dass wir alle nach einigen Minuten verzweifelt nach Taschenlampen suchten und sich glücklicherweise das Zelt noch aufbauen ließ.
Geschlafen haben wir in der Nacht nicht mehr, denn irgendwer von uns fing immer wieder an zu lachen und steckte die anderen in den Zelten mit an. Irgendwann war dann der Rausch ausgelacht und der Hang zu steil um einzuschlafen.

Saga-Team, in jungen Jahren eine Mitreise wert!

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